Tag der Pflege 2018

Gemeinsam demonstrieren! +++ Gesundheit ist keine Ware! +++ Für bessere Arbeitsbedingungen und eine gute Versorgung!

Für die Beschäftigten im Gesundheitswesen und die PatientInnen wird die frisch gewählte Bundesregierung nicht viel Neues bringen. All die großspurigen Versprechungen und das Gerede davon, dass diese Regierung spendabel sei, wenn es um Sozialleistungen geht, stellen sich bei näherer Betrachtung als großer Bluff heraus.

Die CDU/CSU-SPD-Regierung verspricht 8.000 neue Vollzeitkräfte in der Pflege. Ein Tropfen auf den heißen Stein, der angesichts der enormen Belastung verpuffen wird. Laut tagesschau.de fehlen 100.000 Stellen in der Pflege. Stattdessen wird die „Große Koalition“ allein im nächsten Haushaltsjahr 9 Milliarden Euro mehr für Rüstung ausgeben. Insgesamt werden 50 Milliarden in das Verteidigungsressort fließen. Die „GroKo“ hat sich entschieden: Pflege ist für sie kein Schwerpunkt – Rüstung scheinbar schon.

Dabei wäre echte Hilfe für jene, die tagtäglichen helfen, von Nöten: Ständig steigen in den Krankenhäusern die Fallzahlen, allein zwischen 1995 und 2015 um 37 Prozent pro Pflegekraft. Pro Tagesschicht ist in Deutschland eine Pflegekraft im Durchschnitt für 13 PatientInnen zuständig. In der Nachtschicht sind es schnell mal doppelt so viele. Damit liegt Deutschland – das viertreichste Land der Welt – im europäischen Vergleich auf Platz 12. In Norwegen liegt das Verhältnis bei 1 zu 5,4.

Die Schwestern, Pfleger und AssistenzärztInnen arbeiten rund um die Uhr; kommen aus ihrem hart verdienten Frei; rennen über die Stationen; und sind derart überarbeitet, dass viele von ihnen selbst erkranken: Rückenschmerzen; Erschöpfung; Depressionen und Burnout sind die häufigen Folgen. Nach Schätzungen des Deutschen Pflegerats hält es eine Pflegekraft im Durchschnitt noch 10 Jahre in ihrem Beruf aus. Bundesweit haben Pflegekräfte 17 Millionen Überstunden angehäuft!

In der Alten- und Langzeitpflege ist die Situation ähnlich; nur ist der Verdienst hier im Schnitt noch niedriger. Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes wird die Zahl der pflegebedürftigen Personen bis 2020 auf fast 3 Millionen steigen – doch am Personal wird weiter gespart. Zeit für Zuspruch oder Aktivierung der PatientInnen bleibt kaum noch.

Die Ursache dieser Entwicklung ist die Umstellung des Gesundheitswesens auf Profitorientierung. Nicht die Sorge um alte und kranke Menschen soll im Vordergrund stehen, sondern der Gewinn. Pharma-, Krankenhaus- und Pflegekonzerne machen Milliardengewinne; während Pflegekräfte in einem privaten sächsischen Krankenhaus für 1.800 Euro brutto ihren Dienst antreten.

Wir dürfen diese Zustände nicht mehr länger hinnehmen! Am 12.05. gemeinsam demonstrieren!

-> Für ausreichend Personal in der Pflege!
-> Schluss mit Privatisierungen im Gesundheitswesen!
-> Für ein kostenloses Gesundheitssystem für alle!
-> Geld ist genug da für gute Pflege, Krankenhäuser in öffentlichem Eigentum und eine umfassende Versorgung; es ist nur viel zu ungleich verteilt!
-> Für ein System, in dem der Mensch zählt und nicht der Profit!